Chloridschäden finden, bevor der Stahl unbemerkt wegrostet
Streusalz macht aus jeder Tiefgarage ein Langzeitrisiko für die Bewehrung. Das Tückische: Chloridkorrosion verläuft oft ohne Abplatzungen und ohne Rostfahnen. Ich stelle fest, wie weit die Chloride schon eingedrungen sind, wo die Bewehrung bereits angegriffen ist und welche Flächen wirklich saniert werden müssen – als belastbare Grundlage für Hausverwaltung, Eigentümergemeinschaft und Ausschreibung.
Wie das Salz die Bewehrung zerstört
- 1 · EintragSalzwasser von den AutosSchnee und Schmelzwasser mit Tausalz tropfen auf Fahrbahn, Stellplätze und Stützenfüße.
- 2 · EindringenChloride wandern in den BetonÜber Poren und Risse, besonders wo die Beschichtung fehlt oder beschädigt ist – jeden Winter ein Stück tiefer.
- 3 · KorrosionLochfraß am StahlIst an der Bewehrung genug Chlorid angekommen, verliert der Stahl seinen Schutz. Es entsteht punktueller Lochfraß – kleine Angriffsstellen, große Wirkung.
- 4 · SchadenUnsichtbarer QuerschnittsverlustBei hohem Chloridgehalt bleibt das Eisen gelöst, es bildet sich kaum sprengender Rost. Der Beton sieht oft intakt aus, während der Stab tiefe Mulden bekommt.
Wo es typischerweise beginnt
So zersetzt das Streusalz den Stahl
Chloride greifen den Stahl nicht gleichmäßig an, sondern punktuell. Es entstehen tiefe Mulden, während der Stab daneben noch fast intakt aussieht. Von außen ist davon oft nichts zu sehen – erst die Freilegung zeigt, wie viel Querschnitt schon fehlt.
Wie weit ist das Salz schon vorgedrungen?
Aus Bohrmehlproben in Tiefenstufen entsteht ein Chloridprofil. Zusammen mit der gemessenen Betondeckung zeigt es, wie viel Chlorid bereits an der Bewehrung angekommen ist – oder wie viel Zeit noch bleibt.
Als Bewertungsschwelle gilt in der Instandsetzung meist 0,5 Masse-% Chlorid, bezogen auf den Zement. Das ist keine harte Grenze: Darüber ist Korrosion möglich, aber nicht zwingend. Bei Rissen, geringer Betondeckung oder fortgeschrittener Karbonatisierung kann sie schon früher beginnen. Deshalb gehören zum Chloridprofil immer Betondeckung, Karbonatisierungstiefe und gezielte Freilegungen.
Das Untersuchungsprogramm
Sanieren nach Messwert statt nach Schätzung
- Schadens- und Chloridplan der gesamten Garage
- Flächen, in denen Beton abgetragen werden muss – und bis in welche Tiefe
- Flächen, die nur eine Schutzbeschichtung brauchen
- Dringlichkeit: was sofort, was in den nächsten Jahren
- Früh erkannt, solange der Stahl noch nicht korrodiert, reichen oft Schutzmaßnahmen wie Rissverschluss und Beschichtung – später bleiben nur Betonabtrag oder kathodischer Korrosionsschutz
- Mengengerüst als Grundlage für Ausschreibung und Angebotsvergleich
