Wärmebrücken
Balkonplatten, Deckenränder, Fensterlaibungen, Außenecken: Hier ist die Wand innen deutlich kälter als in der Fläche.
Bei Schimmel stehen sich oft Mieter und Vermieter gegenüber – jeder sieht die Ursache beim anderen. Meist spielen Bauwerk und Nutzung zusammen. Ich messe beides über mehrere Wochen und zeige sachlich, welcher Anteil überwiegt und was dagegen hilft.
Es reicht, wenn die Luft direkt an der Wandoberfläche über längere Zeit rund 80 % relative Feuchte erreicht. Das passiert an kalten Stellen – lange bevor Wasser sichtbar kondensiert.
Je feuchter die Raumluft, desto wärmer muss die Wand sein, um schimmelfrei zu bleiben. Deshalb zählen immer zwei Werte: die Oberflächentemperatur (Bauwerk) und die Raumluftfeuchte (Nutzung).
Balkonplatten, Deckenränder, Fensterlaibungen, Außenecken: Hier ist die Wand innen deutlich kälter als in der Fläche.
Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, Pflanzen – eine Familie gibt täglich viele Liter Wasser an die Raumluft ab. Wird zu wenig gelüftet oder geheizt, steigt die Feuchte dauerhaft.
Undichte Fassade, Dach, Abdichtung oder eine Leitung durchfeuchten das Bauteil – Schimmel entsteht dann auch an warmen Wänden.
Estrich, Putz und Beton geben in den ersten Jahren große Wassermengen ab.
Wer an warmen Tagen den kühlen Keller lüftet, holt Feuchte herein, die an den Wänden kondensiert.
Befallene Flächen fachgerecht entfernen – nicht überstreichen und nicht einfach mit Chlor besprühen. Bei größeren Flächen gehört das in die Hände eines Fachbetriebs. Ohne die Ursache zu beheben, kommt der Schimmel zurück.